Saatkrähen sind im Kreis Wesel gerade ein riesiges Problem
› Veröffentlicht am 02.07.2026 I Lesedauer ca. 4 Minuten
Städte im Kreis Wesel kämpfen gegen wachsende Krähen-Plage
Die Saatkrähen-Plage im Kreis Wesel betrifft inzwischen viele Städte und Gemeinden. Besonders hart trifft es Rheinberg, Neukirchen-Vluyn, Wesel und Hamminkeln. Die schwarzen Rabenvögel brüten in großen Kolonien mitten in Wohngebieten – direkt neben Kindergärten, Spielplätzen und Friedhöfen. Sie machen Krach, koten alles voll und lassen sich kaum vertreiben. Das Problem ist nicht neu – aber es wird größer. Seit Jahren steigt die Zahl der Brutpaare in NRW. Von rund 1.500 in den 1980er-Jahren auf heute etwa 12.000. Für den Artenschutz ist das ein Erfolg. Für die Menschen, die mit den Folgen leben müssen, ist es eine echte Belastung. Die Kommunen stehen dabei weitgehend hilflos da. Denn die Saatkrähe steht unter EU-Vogelschutz – wer sie jagt, vertreibt oder Nester zerstört, riskiert empfindliche Strafen.
Krähen-Problem in Rheinberg und Neukirchen-Vluyn spitzt sich zu
Am schlimmsten ist die Lage aktuell anscheinend in Rheinberg-Ossenberg. Dort brüten die Saatkrähen direkt auf dem Gelände des Kindergartens St. Mariä Himmelfahrt. Die Zahl der Nester ist in nur drei Jahren von 25 auf 61 gestiegen – mehr als verdoppelt. Die Zahlen stammen von der Biologischen Station des Kreises Wesel, die jedes Jahr alle Nester zählt. Das Kita-Personal kämpft täglich mit den Folgen: Kot auf Rutschen und Spielgeräten, schwarze Federn überall – und immer wieder tote Vögel im Sandkasten. Über 15 tote Krähen hat das Personal dort schon entfernt. Auch der Lärm ist extrem – die Messungen zeigen Werte von bis zu 57 Dezibel, morgens bei Sonnenaufgang oft noch deutlich mehr. Zum Vergleich: Der Grenzwert für Wohngebiete liegt nachts bei 40 Dezibel. Auch in Neukirchen-Vluyn nimmt das Problem zu – am Springenweg und auf der Niederrheinallee sind die Krähen inzwischen stark vertreten. Und in Hamminkeln-Dingden beschweren sich Anwohner seit Jahren über eine Kolonie auf dem Friedhof – mit durchschnittlich 70 Brutpaaren pro Jahr.

