Fakeshops, KI-Irrtümer – so werden Verbraucher abgezockt
› Veröffentlicht am 24.06.2026 I Lesedauer ca. 4 Minuten
Rund 4100 Verbraucher hat die Beratungsstelle Moers im vergangenen Jahr beraten. Die Probleme reichten von Fakeshops über Abo-Fallen bis hin zu Forderungen eines Düsseldorfer Telekommunikationsanbieters.
Untergeschobene Verträge, missglückte Widerrufe oder Ärger mit Zahlungsdienstleistern: Bei rund 4100 Anliegen war die Beratungsstelle Moers im vergangenen Jahr Ansprechpartnerin, um Verbraucherrechte durchzusetzen oder unberechtigten Forderungen einen Riegel vorzuschieben.„Käufe, Buchungen oder Vertragsabschlüsse finden heute überwiegend digital statt. Das ist einerseits bequem, führt aber auch zu vielfältigen und immer komplexer werdenden Problemen. Wenn Anbieter dann nur noch per KI-gesteuertem Chatbot oder Kontaktformular erreichbar sind oder gar nicht reagieren, sind viele Verbraucherinnen und Verbraucher überfordert“, berichtet Beratungsstellenleiterin Gisela Daniels in einer aktuellen Mitteilung.
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1450 Rechtsberatungen
Von immer professioneller gestalteten Fakeshops über vermeintliche „Hilfen“ beim Ausfüllen von Behördenanträgen bis hin zu Coaching-Angeboten mit zweifelhaftem Nutzen: So manches Online-Schnäppchen wurde für Verbraucher aus Moers und Umgebung im vergangenen Jahr zur kostspieligen Falle. „Die Menschen sind dann sehr erleichtert, wenn ihre Probleme gelöst werden können“, so Daniels. Der Blick in den Jahresbericht 2025 zeigt: Bei rund 1450 Rechtsberatungen und -vertretungen haben sich die Verbraucherschützer zumeist erfolgreich für die berechtigten Ansprüche von Ratsuchenden eingesetzt.
Typische Fälle..
Typische Fälle aus der Beratungspraxis sind laut den Verbraucherschützern zum Beispiel solche, in denen Reklamationen von Händlern mit fadenscheinigen Begründungen abgelehnt wurden. Oder: Bei Online-Bestellungen kam es zu falschen Lieferungen und strittigen Retouren. Kostenfallen durch sogenannte Dokumenten-Dienstleister nahmen Daniels zufolge ebenso zu wie Beschwerden über Abo-Fallen, etwa bei vermeintlich kostenlosen Zeitschriften. Darüber hinaus sorgten in den vergangenen Monaten ein aufdringlicher Vertrieb beim Glasfaserausbau, der zu unerwünschten Vertragsabschlüssen führte, teure „Knöllchen“ oder sogar abgeschleppte Autos auf dem Supermarktparkplatz und komplizierte Energieabrechnungen für Ärger bei den Verbrauchern in der Region.
Kein Schutz beim Käuferschutz
Ein zentrales Thema im Berichtsjahr: der vermeintliche Käuferschutz bei Zahlungsdiensten wie PayPal, Klarna oder Amazon Pay. Viele Verbraucher hätten sich darauf verlassen – und im Streitfall dennoch ohne Erstattung dagestanden, heißt es. Dabei reichten gesetzliche Gewährleistungsrechte oft weiter als freiwillige Schutzversprechen der Anbieter.

