Impfstoff

Einzigartiger Corona-Impfstoff ARCT-154 zugelassen

Bislang sind weltweit sechs mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 zugelassen, zwei davon – Biontech und Moderna – in der EU. Viele weitere sind in Entwicklung, auch gegen andere Krankheiten.

Ein vielversprechender Kandidat ist der Impfstoff ARCT-154 des US-Unternehmens Arcturus Therapeutics, der nun eine erste Zulassung für Erst- und Booster-Impfungen in Japan erhalten hat. Das Vakzin könnte in mehreren Punkten den bisherigen Wirkstoffen überlegen sein.

Corona-Impfstoff ARCT-154: Einzigartige Wirkweise

Das Besondere an ARCT-154: Das Vakzin kann niedriger als andere Impfstoffe dosiert werden, da es selbst-amplifizierend ist. Das bedeutet, dass sich die als mRNA codierte Bauanleitung für das Spike-Protein des Virus im Körper des Geimpften kopiert. Deshalb hält sie sich länger in den Zellen und es können mehr Antigene hergestellt werden.

Die in Deutschland verabreichten mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna konnten zunächst eine hohe Schutzwirkung gegen das Virus erzielen. Doch diese sank bereits nach wenigen Monaten deutlich ab, viele Menschen infizierten sich trotz Impfung. Die Folge: Der Impfschutz musste  regelmäßig aufgefrischt werden. Dabei wurde eine hohe Dosis der mRNA-Vakzine verabreicht, um das Immunsystem immer wieder zu stimulieren.

ARCT-154 wurde zwischen Dezember 2022 und Februar 2023 im Rahmen einer Phase-3-Studie in Japan getestet und mit Biontech verglichen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ARCT-154 trotz der deutlich niedrigeren Dosis eine etwas bessere Schutzwirkung erzielen könnte. Allerdings fehlen zu einer abschließenden Einschätzung noch klinische Daten zur Erkrankungshäufigkeit.

Einfache Lagerung, doch mehr Nebenwirkungen

Ein weiterer Vorteil: Der Impfstoff lässt sich einfacher aufbewahren. Durch Gefriertrocknung wird er in Pulver umgewandelt und kann somit bei Raumtemperatur gelagert werden. Vor der Verabreichung muss das Vakzin dann mit einer Flüssigkeit vermischt werden. Die Corona-Impfstoffe von Biontech und Moderna müssen dagegen kühl gelagert werden.

Laut Studienergebnissen fallen jedoch die Impfreaktionen beim neuen ARCT-154-Impfstoff etwas stärker aus als bei Biontech. Dies deutet darauf hin, dass das Immunsystem durch die Impfung mit ARCT-154 stärker herausgefordert ist. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen demnach Schmerzen an der Einstichstelle, Unwohlsein und Kopfschmerzen.